Wann hafte ich für meine Kinder?

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Kinder bis zur Vollendung ihres siebten Lebensjahres von jeder Schuld frei sind. Sie können demnach für ihre Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden. Bewegt sich ein Kind allerdings außerhalb dieser vorgeschriebenen Altersgrenze, ist es nur dann haftbar, wenn im Schadensfall die von ihm erforderliche Einsicht fehlte. Dieser Umstand muss vom Anwalt des schädigenden Kindes nachgewiesen werden. Solch eine Sachlage wird dann je nach Einzelfall beurteilt. Verletzt beispielsweise ein fünfjähriges Kind seinen Spielkameraden beim Fußballspielen mit dem Ball am Kopf, so geht das Gesetz davon aus, dass die Eltern für diesen Schaden aufzukommen haben – aufgrund der Verletzung der Aufsichtspflicht.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch wird nach verschiedenen Altersstufen unterschieden:
Kinder unter sieben Jahren sind nicht deliktfähig, das heißt, sie haften nicht für die von ihnen verursachten Schäden. Im motorisierten Straßenverkehr liegt die Altersgrenze höher, nämlich bei zehn Jahren. Ein Kind unter zehn Jahren haftet deshalb nicht, wenn es beispielsweise versehentlich gegen die geöffnete Tür eines abgestelltes Auto fährt.

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Im Alter von sieben beziehungsweise zehn bis 18 Jahren sind Kinder und Jugendliche nur bedingt deliktfähig. Hier entscheidet das Gericht je nach Einzelfall und entsprechend der Einsichtsfähigkeit des Kindes. Es kann aber auch durchaus vorkommen, dass ein Neunjähriger für einen von ihm gelegten Brand oder für eine Verletzung, die er einem Mitschüler bei einem Streich oder einer Prügelei zugefügt hat, Schadensersatz zahlen muss. Dass Kinder in diesem Alter in der Regel über kein eigenes Vermögen verfügen, spielt keine Rolle. Liegt ein Urteil vor, kann dann daraus 30 Jahre lang vollstreckt werden.

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