Fünf Tipps zur Forderungsausfalldeckung

Ausfalldeckung

Eine Forderungsausfalldeckung ist eines der wichtigsten Leistungsmerkmale in der Haftpflichtversicherung. Produkte ohne sie sind nicht wirklich marktfähig und auch nicht zu empfehlen. Nach der Lektüre dieses kurzen Artikels wisst Ihr, um was es dabei geht und worauf es bei der Ausfalldeckung ankommt.

Hier die wichtigsten Punkte, um die es in diesem Beitrag geht:

Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel

Die Ausfalldeckung schützt vor unerfüllbaren Ansprüchen gegen Personen ohne Haftpflichtversicherung und Geld.

Man benötigt die Forderungsausfalldeckung, weil die meisten Menschen, die keine Haftpflicht besitzen, auch kein Geld zur Bezahlung eines Schadens besitzen.

Wir geben fünf wichtige Tipps für die Auswahl des richtigen Produkts, denn es gibt im Kleingedruckten viel zu beachten.

Der sogenannte Opferschutz ist ebenfalls eine Ausfalldeckung. Dieser bezieht sich ganz speziell auf Körperverletzungen und nicht bezahltes Schmerzensgeld.

Doch der Reihe nach.

Was ist die Forderungsausfalldeckung?

Diese Versicherung (bzw. dieser Teil der Haftpflichtversicherung) kommt für einen verursachten Schaden auf, der von einer Person hervorgerufen worden ist, die selbst nicht im Besitz einer privaten Haftpflichtversicherung und aufgrund ihrer finanziellen Situation zahlungsunfähig ist.

Voraussetzung für die Leistung ist, dass der Anspruch gegen die Person aus einem rechtskräftig vollstreckbaren Urteil hervorgeht.

Infografik: Die Forderungsausfalldeckung

Sollten der Versicherungsnehmer durch solch eine Person geschädigt werden, hat sie es in der Regel schwer, ihre Schadenersatzforderungen durchzusetzen. In der Regel bleibt sie auf dem Schaden sitzen.

Hier ein gut verständliches Video der Haftpflichtkasse Darmstadt, einem der bekanntesten Versicherungsanbieter.

Gerade bei schweren Schädigungen reicht die Kapitaldecke der Schadenverursacher oft nicht aus. Ist der entstandene Schaden zu hoch und übersteigt die Deckungssumme, kann es passieren, dass nur ein Teil des eigentlichen Schadens übernommen wird.

Der Versicherungsgeber zahlt oft erst ab einer bestimmten Schadensumme. Er bezahl auch erst dann, wenn der Versicherungsnehmer alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um von dem Schadenverursacher eine Wiedergutmachung zu erhalten.

Oft wird die Forderungsausfalldeckung ab Schäden, die über 2.500 Euro liegen, angeboten. Dies ist der Fall, weil geringere finanzielle Belastungen noch als zumutbar angesehen werden. Dies regeln entsprechende Klauseln in der Police.

Einige Versicherer setzten diese Grenze auch deutlich niedriger an. Bei Unsicherheiten ist dies jederzeit in der Versicherungspolice nachzulesen, nichtsdestotrotz bleibt der finanzielle Rahmen einer Ausfalldeckung stets begrenzt.

Ein Beispiel

Das Kind Deines Nachbarn zündelt und setzt dabei Dein Gartenhaus in Brand – ein Ereignis mit Folgen

Du machst Deinen Nachbarn für den Schaden haftbar – eine legitime Reaktion

Doch Dein Nachbar besitzt keine Privathaftpflichtversicherung und ist zusätzlich auch noch sehr hoch verschuldet – er kann den Schaden nicht bezahlen

In diesem Fall übernimmt die Ausfalldeckung Deiner Privathaftpflichtversicherung den Schaden

übernimmt dann in dieser Situation den Schadensbetrag, der hier weit über 4.000 EUR hinausgeht.

Wichtig ist es, sich vor den nicht versicherten Missgeschicken anderer zu schützen.

Warum ist die Ausfalldeckung so wichtig?

Experten sind der Meinung, dass eine Forderungsausfalldeckung eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zur Haftpflichtversicherung darstellt, da etwa ein Drittel der Haushalte nicht haftpflichtversichert ist.

Leider besteht in Deutschland keine allgemeine Pflicht zum Kauf einer privaten Haftpflichtversicherung, auch wenn einige Politiker dies immer wieder vorschlagen (wir würden dies ebenfalls begrüßen).

Es kommt durchaus häufig vor, dass normal Haftpflichtversicherte selber einen Schaden erleiden, ohne dass der Schädiger eine Haftpflichtversicherung nachweist.

Das Problem: Reicht das Vermögen des Schädigers nicht aus, hilft auch kein gesetzlicher Anspruch auf Schadenersatz.

Wo nichts ist, da kann nichts geholt werden!

Hier die Daten des statistischen Bundesamts:

  • In Deutschland besitzen 14% aller Bürger keine Privathaftpflicht
  • Bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen von über 5 TEUR sind es nur 3%
  • Bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 900 Euro sind des hingegen knapp 40%

Daher ist es immer gut, mit einer vernünftigen Haftpflichtversicherung, die eine gute Ausfalldeckung enthält, versichert zu sein. Schließlich möchte man weder auf seinem Schaden sitzen bleiben, noch arme Menschen verklagen und pfänden lassen.

Die wichtigsten Tipps zum Ausfallschutz

Vertraut man einem Finanzberater, so muss man sich nicht mit den Details beschäftigen. Doch für alle, die es ganz genau wissen wollen, hier unsere Top-Tipps für den perfekten Ausfallschutz.

Die wichtigsten Tipps von haftpflichtversicherung.com

Tipp 1: Schaut auf die Versicherungssumme – einige Versicherungen haben gerade hier die Leistungen auf einen geringeren Betrag begrenzt.

Tipp 2: Bei vielen Versicherungen gilt die Ausfalldeckung erst ab einem Mindestschaden von über 2.000 Euro. Solltet Ihr auf so einen Betrag angewiesen sein, achtet darauf, dass der Tarif diese Klausel nicht enthält.

Tipp 3: Die allermeisten Versicherer schließen Leistungen bei Vorsatz des Schädigers aus. Am Ende ist es doch egal, warum Dir jemand einen Schaden zugefügt hat.

Tipp 4: Vorsicht Selbstbeteiligung! Wir finden diese zwar prinzipiell gut, doch Tarife ohne Selbstbeteiligung haben oft bei diesem Leistungsmerkmal einen versteckten Selbstbehalt im Kleingedruckten.

Tipp 5: Achtet darauf, dass die Forderungsausfalldeckung auch im Ausland greift.

Was versteht man unter Opferschutz?

Viele neuen Verträge enthalten auch einen speziellen Ausfallschutz für vorsätzliche Körperverletzungen.

Bekommt man von einem Gericht nach einer vorsätzlichen Körperverletzung einen Anspruch auf Schmerzensgeld zugesprochen, so greift der sogenannte Opferschutz, falls der Täter nicht bezahlen kann.

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